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Verurteilen – Verleumden – Heiliges Großes Kloster Vatopaidiou 2,3 (Heiliger Berg Athos)

17 Φεβρουαρίου 2009

von Christos Tagarakis

Εine Fülle von Nachrichten, Kommentaren und Kritiken über das Heilige Große Kloster Vatopaidi werden täglich veröffentlicht. In einigen Fälle äußern sogar Menschen, die sich innerhalb der Orthodoxie befinden, negative Kommentare. Aber was hat das alles mit der Realität oder vielmehr mit der orthodoxen Lebens- und Denkweise zu tun? <Der folgende Kommentar wurde aus Anlass bestimmter Meldungen und Kommentare von Leuten, die äußerlich und/oder wirklich zur Orthodoxie gehören, geschrieben. Eine der grundsätzlichen Lehren der Gerontades (Väter) ist: „Ein Wort sollte, um gesagt zu werden, drei Kriterien erfüllen: die Wahrheit, die Liebe und den Nutzen der Seele.» Wie viele der Nachrichten, Kommentare und Kritiken, die täglich über das Heilige Große Kloster Vatopaidi gemeldet oder veröffentlicht werden, entsprechen diesen Kriterien? Wie viele dieser Worte geben die Wahrheit wieder? Wie viele sind mit Liebe gesagt? Wie viele nutzen den Seelen der Hörer bzw. der Leser? In engem Zusammenhang damit sind einige einfache Gedanken zusammengeschrieben.
1) Jeder Mensch ist für seine Taten gegenüber Gott rechenschaftspflichtig.
2) Wenn er auf dem Weg Gottes gehen will, hat er einen geistlichen Vater, von dem er sich beraten lässt und dem er gehorcht. Falls er Mönch ist, schuldet er Gehorsam bis zum Tod.
3) Der geistliche Vater unterscheidet, was das Richtige ist, und gibt Rat. Er kann für die genau gleiche Sache in einem Fall einen bestimmten Rat und in einem anderen Fall einen anderen Rat geben. Oder zwei unterschiedliche geistliche Väter können zur gleichen Sache unterschiedliche Ratschläge geben.
4) Verantwortung jedes einzelnen ist es (falls er den Weg Gottes gewählt hat), sich um die Rettung seiner Seele zu bemühen und sich nicht ohne eingeladen zu sein (und zwar ohne Unterscheidungsvermögen) in Themen, die den Gehorsam und den geistlichen Weg seiner Brüder betreffen, einzumischen. Jeder einzelne ist für seinen Gehorsam und seinen geistlichen Weg nur gegenüber Gott und gegenüber seinem geistlichen Vater rechenschaftspflichtig.
5) Kann es sein, dass es Verurteilen und Hochmut ist, wenn man in die Öffentlichkeit geht und sagt: „Ich bin auf diese Art und Weise umgegangen, und ich tue den Willen Gottes, mein Bruder aber ist auf eine andere Art und Weise umgegangen, und er tut nicht den Willen Gottes»? (Das gleiche, nämlich Verurteilen und Hochmut, geschieht, auch wenn man diesen Gedanken – Logismos – hat, ohne dass man ihn äußert).
6) Kann es sein, dass das Veröffentlichen seiner Gedanken eine schwerere Sünde ist, weil es unter anderem die Folge hat, dass das auch weitere Menschen zum Verurteilen des Bruders bringt?
7) Kann es sein, dass die Sünde noch schwerer wird im Falle, dass der Bruder unschuldig (bei Verleumdungen) oder eventuell Opfer von Intrigen ist? (Gewöhnlich weiß von der Intrige weder derjenige, der gegen seinen Bruder öffentlich redet, noch derjenige, der ihm zuhört, und ebenso wenig derjenige, der unter der öffentlichen Kritik – Verurteilung – leidet. Um die Intrigen wissen nur diejenigen, die sie planen und anwenden.)
8.) Zum Abschluss des kurzen Kommentars, mag es gut sein, einige relevante Zitate aus den Neuen Testament zu lesen.
– Jesus Christus spricht: „Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet!» (Mt 7,1)
– Apostel Paulus: „Wie kannst du den Diener eines anderen richten ?» (Röm 14,4) „Ihr sollt mit Furcht Gottes und Ehrfurcht für die eigene Rettung arbeiten» (Phil 2,13). &

Die besten Informationen in englischer Sprache zum Thema Vatopaidi finden Sie unter: http://www.diakonima.gr/category/in-english/

Quelle: St.Andreas-Bote, Zeitschrift der deutschsprachigen Gemeinde des Hl. Andreas (München), in der griechisch-orthodoxen Metropolie von Deutschland, Februar 2009, Seiten 22-23. Internet: http://www.andreas-bote.de/Archiv/2009/sab200902.pdf