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DAS GROSSE KLOSTER VATOPAEDI, EIN HANDBUCH FÜR DEN PILGER 6

24 Ιουνίου 2009

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Auf (5)

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DAS REFEKTORIUM

Dem Eingang der Kirche gegenüber erhebt sich des Klo-sters eindrucksvolles Refektorium. Der Bau wurde in Kreuzform aufgeführt und, wie Inschriften belegen, in den Jahren 1314 und 1526 und erneut im 18. Jh. restauriert. Die Wandmalereien enstanden im Jahr 1786. Im Refektorium sind 30 hufförmige Marmortische aufgestellt, die der Überlie-ferung nach aus dem berühmten Studion Kloster in Konstan-tinopel stammen sollen. Am Ende, unter einem Gewölbe, das mit einer Darstellung der Panaghia Platytera ausgemalt ist, steht der Tisch des Abtes, mit unmittelbarem Blick auf den Al-tar des Katholikon.

Das Obergeschoß des Refektoriums wurde in jüngster Zeit als kleines Gästehaus eingerichtet, hier werden alte Gravou-ren, Porzellan und Volkskunst ausgestellt.

DAS OLIVENÖLLAGER

Südlich des Refektoriums, in seiner unmittelbaren Nähe, steht die Lagerhalle, in der die Olivenölvorräte des Klosters in großen irdenen Krügen oder in Zisternen aus Marmor auf-bewahrt werden. Die genaue Entstehungszeit dieses Baues ist unbekannt, sicher ist lediglich, daß die heutige Fassade unter Abt Theophanes im Jahre 1627 entstand. In diesem Bau ist auch die kleine, wundertätige byzantinische Ikone der Pa-naghia Elaiovrytissa untergeracht. Im Öllager sind außerdem zwei Marmorsarkophage, die heute als Ölbehälter benutzt werden; der eine hat eine Inschrift mit dem Namen Dionysius, der andere, aus dem Jahre 321, mit dem Namen Germanus Herakles.

PHIALE – GLOCKENTURM – UHRTURM

Die ursprüngliche Phiale für das Heilige Wasser wurde auf Kosten von Matthias Kantakuzenos (1354-1357) errichtet. Die Phiale, die heute in Gebrauch ist, ist ein kleiner runder Bau aus dem frühen 19. Jh.. Er steht in Verbindung mit dem Exonarthex des Katholikon und ist geprägt von einer doppel-ten Säulenreihe, deren äußere Säulen im Norden und im Süden mit niederen Brüstungen verbunden sind. Das Becken in der Mitte wird geschützt von einer Kuppel, die mit Wand-gemälden zum Thema Taufe ausgemalt ist (1810). Jeweils am ersten Sonntag des Monats werden —einem festen Brauch gemäß— die Ikone der Panaghia Vimatarissa und das Kreuz von Konstantin zu einem besonderen Segen und einer Prozession hierher gebracht.

Südlich der Phiale erhebt sich der 35 m hohe Glockenturm des Klosters — er ist der höchste auf dem Heiligen Berg und der älteste. Er wurde im Jahre 1427 errichtet und trägt heute acht Glocken. Noch immer kann man an seiner Fassade fol-gende Inschrift entziffern: Die Glocke oben mit ihrem schönen Klang sendet gläubige Rufe, um Gott zu lobpreisen, im Jahre 1427.

Im Turm, der in die Südwestecke der Kirche eingebaut ist, ist die große Uhr untergebracht. Die Viertelstunden werden von einem Neger aus Holz mit einem Hammer aus Metall ge-schlagen, die vollen Stunden von einer Glocke im Turm. Die originale Uhr wurde im Jahre 1815 dem Pascha von Thessa-loniki übergeben.

KAPELLEN

Neben der Hauptkirche besitzt das Kloster 31 Kapellen, 19 davon sind innerhalb der Klosterbauten zu finden, die ande-ren sind in deren Umkreis vertreut. Zu den ersteren gehören die Kapellen des Hl. Demetrius, des Hl. Nikolaos, der Hl. Drei-einigkeit, der Erzengel und der Panaghia Paramythia; sie alle sind Bestandteil des Katholikons. Drei davon —Demetrius (1721), Nikolaos (1780) und Paramythia (1678)— haben Wandmalereien; die Malereien in der Paramythia wurden auf Kosten des Metropoliten von Laodikea, Grigorios, angefertigt. In den drei Türmen des Klosters sind die Kapellen der Verklärung, der Geburt der Hl. Jungfrau und des Hl. Johannes des Täufers. In den verschiedenen Flügeln des Klosters sind die Kapellen der Heiligen Andreas, Georg, Theodorus, und Menas, der Kappadokischen Väter, der Heiligen Thomas, Johannes des Täufers, Johannes Chrysostomos und Panteleimon (im Krankenhaus).

Besonders zu erwähnen sind die Kapelle der Heiligen Kosmas und Damian und die Kapelle des Heiligen Gürtels, die in einem weiten Hof steht. Der Überlieferung nach wurde ersterevom Hl. Savas, dem Erzbischof von Serbien, für die Li-turgie der serbischen Mönche des Klosters errichtet. Im Jahre 1364, mit den Restaurierungsarbeiten, die unter dem Des-poten loannis Ugljesa durchgeführt wurden, erhielt sie ihre heutige Gestalt. Die ersten Wandmalereien entstanden im 14. Jh.; sie wurden im Jahre 1847 übermalt. Im Fußboden gibt es noch alte Marmoreinlegearbeiten und an den östlichen Pfei-lern haben sich von den originalen Wandmalereien die Figu-ren von Christus und der Hl. Jungfrau erhalten.

Die Kapelle des Heiligen Gürtels wurde an der Stelle einer älteren Kirche erbaut, die im Jahre 1526 vom Voivoden Nea-goe errichtet worden und dem Hl. Konstantin geweiht war. Die vornehme Kirche, die wir heute sehen, ist der Neubau von Theofilos Sozopolitis aus dem Jahre 1794; die Wandmalerei-en entstanden im Jahre 1860. In der Kapelle sind zwei aus Holz geschnitzte Lesepulte, die der Überlieferung nach ein Geschenk des Despoten Andronikos IV. Palaeologos an das Kloster sind. Das eine Pult ist mit den 24 «Stunden» des Aka-thistos Hymnus bemalt, das andere mit Figuren aus dem Alten Testament. Die vergoldete Ikonostase aus geschnitztem

Holz stammt aus dem Jahre 1816; vom künstlerischen Ge-sichtspunkt her nimmt sie auf dem Heiligen Berg die dritte Stelle in der Rangfolge der Ikonostasen ein, im Kloster Vato-paedi ist sie die schönste.

DER BIBLIOTHEKSTURM

Die Bibliothek und die Archive des Klosters sind im nordöstlichen Turm untergebracht, im Turm Unserer Lieben Frau, so genannt wegen der der Geburt der Jungfrau geweih-ten Kapelle im ersten Stock. Ursprünglich befand sich die Bi-bliothek über dem Esonarthex des Katholikon, im sog. «Kate-chetenraum». Aus Platz- und Sicherheitsgründen wurde sie im vergangenen Jahrhundert dann in den Turm verlegt, der mit seinen vier Stockwerken die etwa 2.000 Handschriften und die etwa 40.000 gedruckten Bücher gut aufnehmen konnte.

Die Archive sind im Besitz von Chrysobullen der byzantini-schen Kaiser, Sigillia der Patriarchen und Wachsbullen von unschätzbarem Wert, von Dokumenten der Könige Serbiens, Bulgariens und der Donauprovinzen, sowie der Zaren von Rußland, darüber hinaus von einer Fülle von Firmane und Berate der osmanischen Sultane. Aufgrund der zahlreichen Metochien des Klosters in der Wallachei und in Bessarabien verfügt es mit etwa 14.000 Dokumenten über das größte rumänische Archiv auf dem Berg Athos.

In einer Vitrine im Erdgeschoß werden einige der bedeu-tendsten Codices des Klosters ausgestellt.

a. Die Geographie des Ptolemäus (Codex 655) mit 42 Kar-

ten von Europa, Asien und Afrika, die älteste Kopie auf der

ganzen Welt.

b. Die Psalme von David (Codex 761), eine Kopie aus dem

11. Jh. mit der Unterschrift des Kaisers Konstantinus Mono-

machus auf dem ersten Blatt.

c. Das Oktateuch (Codex 602) aus dem 13. Jh., der am

reichsten verzierte Codex auf dem Heiligen Berg, mit 165 Szenen aus dem Alten Testament.

d. Fragmente der vier Evangelien aus dem 6.-8. Jh. in

Großbuchstaben.

e. Eine Chrysobulle des Kaisers Andronikos II. Palaeologos

(1301).

f. Ein Palimpsest Codex (der originale Text aus dem 8.-9.

Jh. gab Reden des Hl. Johannes Chrysostomos über den Er-

sten Brief an die Korinther wieder, die Überschreibung des

Textes stammt aus dem 13. Jh.) (Codex 18).

An den Wänden hängen eingerahmt Firmane und Berate von Sultanen aus dem osmanischen Reich und Ernennungs-urkunden, Dokumente verschiedener Bischöfe, die Mönche in Vatopaedi gewesen sind.

Hier ist auch der berühmte laspis (Jaspis) ausgestellt, einer der größten Schätze des Klosters. Dieser königliche Trinkbecher, ein Geschenk von Manuel Kantakuzenos Pa-laeologos, Despot von Mistra (1349-1380), ist aus dem wert-vollen Stein geschnitten, dessen Namen der Becher trägt. Dem vielfarbigen, durchscheinenden Stein wurde die Fähig-keit zugeschrieben, Wasser in eine Emulsion verwandeln zu können, die als Gegengift bei Schlangenbissen wirkte. Alte schriftliche Quellen berichten, daß der Becher auch als Behälter für heiliges Wasser mit Heilkräften diente. Der ver-goldete Boden des Bechers trägt das Monogramm des Des-poten, zusammen mit Reliefs von Heiligen.