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DAS GROSSE KLOSTER VATOPAEDI, EIN HANDBUCH FÜR DEN PILGER 9

5 Ιουλίου 2009

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Eleovrytissa

Eleovrytissa

DIE WUNDERTÄTIGEN IKONEN IM KLOSTER VATOPAEDI

 

 

a. Die Ikone der Panaghia Vimatarissa oder Ktitorissa

Diese Ikone wird im Katholikon, im Synthronon* des Bema, aufbewahrt. ; folgende Überlieferung ist an sie ge-knüpft:

Im 10. Jh., während der zahlreichen Überfälle der Araber auf das Kloster, gelang es dem Diakon Savas, der zu dieser Zeit Sakristan (Vimataris) war, die Ikone zusammen mit dem Kreuz von Konstantin im Brunnen des Klosters zu verstecken; vor der Ikone entzündete er eine Kerze. Die Araber plünderten das Kloster, der Diakon Savas wurde als Gefangener nach Kreta verschleppt. 70 Jahre später gewann er seine Freiheit zurück und kam wieder ins Kloster. Die jüngeren Mönche, die nichts von diesem Versteck wußten, öffneten auf seine Anweisung hin den Brunnen und fanden die Ikone und das Kreuz aufrecht auf dem Wasser stehend, davor die noch immer brennende Kerze.

Die Ikone wird auch Ktitorissa (Ktitor = Besitzer) genannt, da ihre Auffindung in die Zeit der drei Gründer des Klosters, Athanasius, Nikolaos und Antonius, fällt. In Erinnerung daran wird jeden Montagabend und jeden Dienstag eine besondere Liturgie zu Ehren Unserer Lieben Frau im Katholikon ab-gehalten.

Noch eine weitere Geschichte wird im Zusammenhang mit dieser Ikone erzählt: Einmal hatte einer der Mönche Schwie-rigkeiten, die Bedeutung des Verses «Denn tausend Jahre sind für Dich wie ein Tag» zu verstehen; Trauer erfüllte ihn, weil er niemanden finden konnte, der sie ihm hätte erklären können. Es geschah, daß sich zu dieser Zeit die ehemaligen Patriarchen von Konstantinopel, Kyrill und Kyprian, im Kloster aufhielten und daß sich eine große Anzahl von Mönchen aus ail den verschiedenen Niederlassungen am Heiligen Berg im Kloster versammelte, um deren Segen zu empfangen. Am Patronatsfest des Klosters, am Fest der Verkündigung Mariens, in dem Augenblick, als Patriarch Kyrill nach dem gebräuchlichen Segen den heiligen Reliquien seine Verehrung erwies, hörte der Mönch von der Ikone Vimatarissa her eine Stimme, die ihm ausführlich den Sinn dieses Verses erläuterte; unter Tränen dankte er der Seligen Jungfrau für die wunderbare Lösung seiner Schwierigkeit.

b. Die Ikone der Panaghia Paramythia

Diese Ikone ist ein Wandgmälde aus dem 14. Jh., das ursprünglich im Exonarthex, vor der Kapelle des Hl. Nikolaos, war und später in einen Schrein in der Kapelle gleichen Na-mens gebracht wurde. Früher war es der Brauch, daß die Mönche beim Verlassen des Katholikons die Ikone küßten und daß der Abt den Schlüssel beim Pförtner abgab.

Der Überlieferung nach geschah es eines Tages, noch in byzantinischer Zeit, daß der Abt, als er dem Pförtner die Schlüssel übergeben wollte, von der Ikone her folgende Worte hörte: «Öffne heute die Tore des Klosters nicht, geh auf die Mauern des Klosters und vertreibe die Piraten». Die Stimme wiederholte diese Worte ein zweites Mal. Als er sich um-wandte und auf die Ikone blickte, sah er, wie das Heilige Kind seine Hand auf den Mund der Mutter legte, und hörte es sa-gen «Nein, Mutter, laß sie bestraft werden, wie sie es verdie-nen». Die Selige Jungfrau jedoch nahm die Hand von Chri-stus, bewegte ihren Kopf leicht und wiederholte ihre Worte. Die Mönche eilten auf die Mauern, erblickten die Piraten, die inzwischen tatsächlich das Kloster umzingelt hatten und darauf warteten, daß die Tore geöffnet würden, damit sie ein-dringen und das Kloster plündern könnten. Das wundervolle Eingreifen Unserer Lieben Frau hatte das Kloster gerettet, die Ikone aber hat seither die Spuren dieser Bewegungen ihrer Figuren bewahrt. Von Stund an stellten die Mönche ein ewi-ges Licht vor der Ikone auf, die Freitagsliturgie wird zu ihren Ehren vollzogen, jeden Tag eine besondere Litanei gebetet. Es war eine Zeitlang sogar der Brauch, daß die Mönche in dieser Kapelle ihre Tonsuren bekamen.

Ebenfalls mitdieser Ikone in Verbindung gebracht wird das Leben des Seligen Neophytus, der «Aufseher» in ihrer Kapelle war. Eines Tages wurde er vom Kloster ausgesandt, damit er für eine bestimmte Zeit in einer Metochie auf Euböa diene. Als er dort ernsthaft erkrankte, bat er die Selige Jungfrau, daß sie ihm die Gnade gewähren möge, in seinem Heimatkloster zu sterben. Unverzüglich hörte er eine Stimme, die ihm be-schied: «Neophytus, geh in dein Kloster und sei nach Ablauf eines Jahres bereit». Neophytus dankte der Gottesmutter für diese Lebensfrist und hieß seinen Diener die Rückkehr vor-zubereiten. Ein Jahr später, als er gerade die Heilige Kom-munion erhalten hatte, hörte er wieder die Stimme der Got-tesmutter, dieses Mal vor der Kapelle der Panaghia Paramy-thia: «Neophytus, deine Zeit ist gekommen». Er begab sich in seine Zelle, wurde krank und nachdem er um Vergebung sei-ner Sünden gebeten hatte, gab er seinen Geist auf.

c. Die Ikone der Panaghia Esphagmeni

Diese Ikone ist ein Wandgemälde aus dem 14. Jh.; sie be-findet sich im Narthex der Kapelle des Hl. Demetrius.

Die Überlieferung berichtet von einem Diakon, Sakristan im Katholikon, der wegen seiner Verpflichtungen immer un-pünktlich zu den Mahlzeiten im Refektorium kam. Eines Ta-ges, als er den verantwortlichen Mönch wie üblich zu spät um sein Essen bat, wurde er abgewiesen. Wutentbrannt kehrte der Sakristan in die Kirche zurück und wandte sich voll Unmut an die Ikone: «Wie lange soll ich dir noch dienen und mich abrackern, wenn du nicht einmal in der Lage bist, dich darum zu kümmern, daß ich zu essen bekomme?» Mit diesen Worten ergriff er ein Messer und stach in das Gesicht der Seligen Jungfrau, aus dem sofort Blut floß; der Mönch aber sank, mit Blindheit und Wahnsinn geschlagen, zu Boden. Drei Jahre hindurch verblieb er in diesem Zustand, untergebracht in einem Verschlag, der Ikone gegenüber, mit vielen Tränen die Mutter Gottes um Vergebung anflehend. Nach dieser Zeit erschien die Selige Jungfrau dem Abt und eröffnete ihm, daß sie dem verwegenen Sakristan verziehen habe und ihm seine Gesundheit zurückgeben werde; die Hand jedoch, mit der er die Gotteslästerung begangen habe, werde bei der Wiederkunft des Herrn gerichtet. Der Mönch starb, und als die Zeit gekommen war, da er, gemäß dem Brauch auf dem Heiligen Berg, exhumiert wurde, wurde offensichtlich, daß zwar sein Körper verwest war, die rechte Hand jedoch unversehrt, aber schwarz. Die Hand des Sakristan wird heute im Katholikon aufbewahrt, allerdings in einem höchst erbärmlichen Zustand, da russische Pilger, in der Überzeu-gung, es handle sich um eine heilige Reliquie, Teile davon mit sich nahmen.

Eine weitere Geschichte, die sich ebenfalls um diese Ikone rankt, wird von einem Priester erzählt, der als Besucher in das Kloster kam. Er bezweifelte die Echtheit des von der Ikone be-richteten Wunders; als er jedoch seinen Finger an die Stelle legte, an der das heilige Bild verletzt worden war, floß sofort Blut aus ihm. Der Priester war so entsetzt, daß er tot zu Boden fiel, bevor er das Katholikon verlassen konnte.

d. Die Ikone der Panaghia Antiphonitria

Auch diese Ikone ist ein Wandgemälde; sie befindet sich im Mesonyktikon des Katholikon. Ihren Namen hat sie von der Stimme, die von ihr ausging (antiphonise bedeutet «sie antwortete»). Es wird überliefert, daß das Kloster einst von Placidia, der Tochter Theodosius’ des Großen, besucht wurde. Als sie sich dem Katholikon näherte, in der Absicht, es durch die kleine Seitentür zu betreten, hörte sie eine Stimme, die von der Ikone ausging: «Bleibe, wo du bist und tritt nicht näher. Wie kannst du, eine Frau, es wagen, an diesen Ort zu kommen?» Die Prinzessin, von Furcht ergriffen, bat die Mutter Gottes um Vergebung und verließ den Heiligen Berg un-verzüglich. Zur Erinnerung an dieses Wunder ließ sie die Ka-pelle des Hl. Demetrius errichten.

e. Die Ikone der Panaghia Eleousa

Diese Ikone wird in der gleichen Kapelle aufbewahrt, auf der linken Seite über dem Altar. Sie stammt aus dem 15. Jh. und wurde erst in jüngster Zeit aus der russischen Skite des Hl. Andreas ins Kloster gebracht. Einem Bericht von Jerasimos Smyrnakis zufolge war die Ikone zunächst in Konstantinopel in der Mauer einer Moschee, einer ehemaligen christlichen Kirche, verbaut. Sie wurde von christlichen Handwerkern, die im Jahre 1893 an der Moschee Ausbesserungsarbeiten durchführten, entdeckt und an Sofronius, Verwalter der Metochiein Galata, verkauft. Von hier wurde sie von russischen Mönchen zum Berg Athos gebracht und in der Skite des Hl. Andreas ausgestellt.

f. Die Ikone der Panaghia Elaiovrytissa

Diese Ikone stammt aus dem 14. Jh.; sie befindet sich im Öllager des Klosters. Jedes Jahr wird sie am Freitag nach Ostern, ihrem Festtag, ins Katholikon gebracht. Der Überlieferung nach wirkte sie folgendes Wunder: Als eines Tages das Olivenöl im Kloster knapp geworden war, gab der Selige Gennadius, der für die Ölvorräte verantwortlich war, um zu sparen, einzig für den kirchlichen Bedarf Öl heraus. Der Koch jedoch beschwerte sich beim Abt, der Gennadius Weisung gab, auch an die Brüderschaft Öl zu verteilen und auf die Fürsorge Unserer Lieben Frau zu vertrauen. Als dar-aufhin der Selige Gennadius wieder ins Öllager ging, sah er, daß der Ölbehälter überlief und das Öl bereits dieTür erreicht hatte. Seither verströmt die Ikone einen wunderlichen Geruch.

g. Die Ikone der Panaghia Pyrovolithissa

Diese Ikone ist ein Wandgemälde über dem äußeren Tor des Klosters. Im Jahre 1822 tauchte eine Gruppe türkischer Soldaten beim Kloster auf; einer von ihnen ent-deckte die Ikone und schoß auf sie. Die Kugel verletzte die rechte Hand der Jungfrau. Unverzüglich wurde der Soldat vom Wahnsinn ergriffen und erhängte sich im Angesicht der Ikone an einem Olivenbaum. Seine Kameraden waren durch den göttlichen Vergeltungsakt so verschreckt, daß sie das Kloster ungeplündert und auf der Stelle verließen. Darüber hinaus gab der Kommandant der Abteilung, dem Mitteilung gemacht wurde von der Tat des Soldaten, der sein Neffe war, Weisung, daß er als Missetäter unbeerdigt bleibe.

h. Die Ikone der Panaghia Pantanassa

Diese wundertätige Ikone stammt aus dem 17. Jh.; sie hängt linker Hand, bei der östlichen Säule des Katholikon, an einem Betstuhl. Die älteren Mönche des Klosters berichten, das erste Anzeichen, daß diese Ikone besondere Gnade spende, sei folgendes Ereignis gewesen: Eines Tages betrat ein junger Mann die Kirche und erwies der Ikone seine Verehrung. Plötzlich erstrahlte das Antlitz der Seligen Jung-frau und eine unsichtbare Kraft warf den jungen Mann zu Bo-den. Als er wieder zu sich kam, gestand er unter Tränen den Vätern, daß er, verstrickt in Magie und Zauberei, fern von Gott gelebt habe. Das wundervolle Eingreifen der Jungfrau be-wirkte, daß der junge Mann seinen Lebenswandel änderte und gläubig und fromm wurde.

Diese Ikone hat außerdem durch Gottes Willen das Vermö-gen und die besondere Gnade, von der gefürchteten Geißel der Krebskrankheit heilen zu können. Einer großen Zahl von Krebskranken wurde in der letzten Zeit die Gesundheit wie-dergegeben, wie aus einer Litanei hervorgeht, die im Ange-sicht der Ikone der Panaghia Pantanassa rezitiert wird.