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Heiligenkalender der Orthodoxen Kirche – 9. Februar (27. Januar)

9 Φεβρουαρίου 2010

 9. Februar –
Überlieferung der Reliquien des hl. Johannes Chrisostomos.
Weil das Volk von Konstantinopels den hl. Johannes sehr liebte und ihn wegen seinen hohen Tugenden verehrte, bat es die Obrigkeit die Reliquien des hl. Johannes, der so viel in Exil gelitten hat, nach Konstantinopel zu überliefern. Das geschah nach der Predigt des hl. Proklos, des Patriarchen von Konstantinopel, im Jahre 438. Der Heilige Proklos bewog den Kaiser Feodosios den Jüngeren, das fromme und gerechte Verlangen des Volkes zu erfüllen. Die Reliquien wurden 30 Jahre nach dem Tode des hl. Johannes gefunden, und aus dem entfernten Kommana feierlich nach Konstantinopel übertragen.

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Der hl. Johannes wurde um 354 in Antiochia, (heut. Antakya) in einer Familie eines Heerführers geboren. Sein Vater war früh gestorben, dennoch erhielt er eine gediegene Ausbildung, auch im religiösen Leben, studierte Redekunst bei dem griechischen Rhetoriker Libanius und begann eine Laufbahn als Anwalt. 372 wurde er getauft, anschließend studierte er an der berühmten theologischen Schule von Antiochia, vor allem Bibelauslegung. Hier lernte er dann als Mönch und Einsiedler das asketische Leben. Dennoch kehrte er nach Antiochia zurück, wo er im Jahr 381 vom hl. Meletius, Bischof von Antiochia, zum Diakon und 386 vom Meletius’ Nachfolger, Bischof Flavianos , zum Priester geweiht wurde.
Berühmt wurde der hl. Johannes durch sein Talent eines Theologen und Religionsphilosophen. Er wirkte als begnadeter Autor und Prediger an der Patriarchalkirche von Antiochia. Sein Ernst und die lebensnahe Art zu predigen führten zu seinem Ruf, einer der größten Redner der frühen Kirchengeschichte zu sein; daher sein Name «Chrysosthomus», «Goldmund».
Im Jahr 398 wurde der hl. Johannes vom Kaiser des Oströmischen Reiches, Arkadius (395-408), zum Patriarchen von Konstantinopel ernannt. Er gründete Krankenhäuser, unterstützte die verarmte Bevölkerung und betätigte sich mit seinem Redetalent in der Mission. Seine Kritik am verfaulten und unmoralischen Leben in der Hauptstadt, am kaiserlichen Hof und auch in der Kirche brachte ihn in Konflikt, vor allem, mit der Kaiserin Eudoxia. Auf der «Eichensynode» in Chalkedon im Jahr 403 wurde der hl. Johannes abgesetzt und 404 in die Verbannung nach Armenien geschickt. Kurz darauf, nachdem die Kaiserin eine Fehlgeburt erlitten hatte, wurde er zurückgerufen, weil sie sich ihr Handeln als Grund des Schicksalsschlages erklärte. Nach ihrer Genesung schickte sie ihn aber bald schon wieder in die Verbannung, in die Einsamkeit des Taurusgebirges, nach Pityus in Kolchis (heut. Suchumi in Georgien). Er starb am 14. September 407, und wurde zuerst dort in Pityus beigesetzt.
Im Jahr 438 wurden die Reliquien des Heiligen Johannes vom Kaiser Theodosius II. nach Konstantinopel geholt und feierlich in der Hl.–Irene-Kapelle in Konstantinopel (heut. Istanbul) gelegt. Des hl. Johannes’ umfangreiches Werk enthält Homilien, Briefe, Abhandlungen und Liturgie. Der hl. Johannes Chrysostomus wird als einer der vier großen Väter der Orthodoxen Kirchen verehrt.
Das Gedächtnis des heiligen Johannes Chrisostomos wird am 12. Februar (30. Januar), 27. (14.) September und 26 (13.) November gefeiert.
Überlieferung der Reliquien des hl. Johannes Chrisostomos – 9. Februar (27.) Januar
 
9. Februar
Hieromartyrer Petr von Kruticy († 1937).
Hieromartyrer Petr wurde als Petr Fedorovich Poljanskij 1862 in der frommen Familie eines Dorfpriesters im Bistum Voronezh geboren. Dreiundzwanzigjährig schloss er als einer der besten Studenten sein Studium am geistlichen Seminar zu Voronez ab. Als er 1892 die Moskauer Geistliche Akademie absolviert hatte, nahm er dort die Pflichten eines Assistenten des Inspektors auf und bekleidete bis 1906 verschiedene Verwaltungs- bzw. Lehrfunktionen an geistlichen Lehranstalten. Es folgte seine Versetzung nach Petersburg in den synodalen Studienausschuss, dessen Mitglied er wurde. Obwohl hochgestellter Synodalbeamter, zeichnete er sich durch persönliche Anspruchslosigkeit und Zucht aus. Er war Teilnehmer des Landeskonzils der Russischen Orthodoxen Kirche 1917-1918.
In dieser Zeit kam er dem hochheiligen Patriarchen Tichon nahe, mit dem er schon früher bekannt geworden war. Der Patriarch schlug ihm 1920 Mönchsweihe, Priesteramt und die Stelle eines Mitarbeiters in der Kirchenverwaltung vor. So wählte der 58-jährige Hieromartyrer Petr den Pfad kirchlichen Dienstes, der ihn in der Zeit der Verfolgungen der russischen Kirche nach Golgatha führen sollte.
Kurz nach seiner Bischofsweihe wurde er nach Groß – Ustjug versetzt, bald darauf aber schon kehrte er nach der Entlassung des hochheiligen Patriarchen Tichon aus der Haft nach Moskau zurück und wurde der engste Mitarbeiter des russischen Ersthierarchen. Zuerst zum Erzbischof, danach zum Metropoliten von Kruticy erhoben, wurde er dem zeitweiligen Synod des Patriarchen eingegliedert In den letzten Monaten des Lebens von Patriarch Tichon stand ihm Metropolit Petr in allen Fragen der Verwaltung der Kirche treu zu Seite. Im Testament des Oberhirten wurde unter den Bedingungen der Kirchenverfolgungen Metropolit Petr zum ersten von mehreren Statthaltern des Patriarchen wie Metropolit Kirill und Metropolit Agafangel bestimmt. Da bei der Beisetzung des Patriarchen Tichon die beiden Metropoliten Kirill und Agafangel verbannt waren, wurden ihm die Pflichten eines Patriarchenstatthalters auferlegt.
In seiner Amtsführung ging Metropolit Petr den Weg des Patriarchen Tichon. Er trat fest für die Orthodoxie ein und widerstand kompromisslos der Spaltung der Erneuerer, was ihm den Zorn der Kirchenverfolger eintrug. So wurde er am 9. November 1925 verhaftet und dem quälenden Verhören und sittlichen Folterungen unterzogen. Ohne dem Druck der Verfolger nachzugeben, die die Kirche vernichten wollten, trat Metropolit Petr treulich für die Erhaltung der kirchlichen Einheit ein. Weder die Verlängerung der Verbannungsfrist noch Überführung in weitentfernte Orte Sibiriens wie Tobolsk, Perm, Sapolar’e und Ekaterinburg noch die Verschärfung der Haftbedingungen konnten seinen Willen brechen. Am 10. Oktober 1937 wurde Hieromartyrer Petr erschossen und eben dadurch sein Bekennermut durch die Hingabe seines Blutes für Christus gekrönt.