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Feier zur Taufe Jesu – Gottesdienst am Fluss

14 Ιανουαρίου 2010

Feier zur Taufe Jesu – Gottesdienst am Fluss

Von Canan Topçu

Was spielt sich hier denn ab? Eine Frage, die sich am gestrigen Sonntag so manch ein Passant gestellt haben mag, der sich gegen 14 Uhr in der Nähe des Eisernen Stegs aufhielt. Eine Frage, die auch die achtjährige Antonia beschäftigte, als sie mit ihrem Vater einen Spaziergang am Main machte und das Geschehen beobachtete.

“Worum ging es hier?”, möchte das Mädchen von Pfarrer Athenagoras Ziliaskopoulos wissen, der kurz zuvor den Gottesdienst am Main geleitet hat. Der Geistliche nimmt sich Zeit und erklärt es Antonia ausführlich, sagt unter anderem: “Wir feiern die Taufe Jesus Christus.”

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“Wir” – das sind die griechisch-orthodoxen Gläubigen, die sich trotz Kälte am Main versammelt haben. Die Mitglieder der Frankfurter Gemeinden feiern das Epiphanie-Fest zum nunmehr vierten Mal am Fluss. Es ist ein Gottesdienst, der in griechischer und deutscher Sprache stattfindet. Um den Podest, der rechts vom Eisernen Steg aufgebaut ist, haben sich an die 200 Menschen versammelt und hören Pfarrer Ziliaskopoulos zu, der davon spricht, dass “wir als Teil der Schöpfung die Schöpfung achten und bewahren sollten”.

Gerührte Besucher

Zum Ende des Gottesdienstes wirft er ein kleines Holzkreuz dreimal hinter einander ins Wasser. Das Kreuz wird an dem Seil, an das es gebunden ist, an Land gezogen. Hier am Main, an diesem kalten Januartag, wird die Tradition, das Wasser zu segnen, allerdings nicht ganz originalgetreu umgesetzt. “In Griechenland springen junge Männer ins Wasser und holen das Kreuz”, sagt Pfarrer Ziliaskopoulos. In München, so berichtet er lächelnd, seien Männer in Neoprenanzügen in die Isar gesprungen.

Es war Pfarrer Ziliaskopoulos Idee, auch in Frankfurt den Gottesdienst zum Epiphanie-Fest am Fluss auszurichten. Dafür, das dies ermöglicht wurde, dankt der Geistliche der Oberbürgermeisterin und den Frankfurter Bürgern.

Den griechisch-orthodoxen Frankfurtern scheint der Priester mit seiner Idee eine große Freude gemacht zu haben. Konstantina Christogiannapoulou beispielsweise ist sichtlich gerührt. Die 72-Jährige, die mit ihrer Tochter zum Gottesdienst gekommen ist, kann ihre Tränen nicht unterdrücken, als sie davon spricht, wie schön sie es findet, dass dieser Gottesdienst nicht mehr hinter Mauern stattfindet, sondern am Fluss der Stadt, in die sie vor mehr als 50 Jahren als Gastarbeiterin gekommen ist.

Quelle: http://www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/nachrichten/frankfurt/?em_cnt=2197838&